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Sibel Kekilli: fragil und selbstbewusst zugleich

Mar 14, 2015


Sibel Kekilli eine deutsche Schauspielerin türkischer Abstammung. Ihre Eltern, die 1977 aus einem Bergdorf der Provinz Kayseri in der Türkei nach Deutschland gekommen waren, beschreibt sie als „relativ moderne muslimische Eltern“, die sie ins Freibad und auf Klassenfahrten gehen ließen und ihr nie ein Kopftuch aufzwangen, auch ihre Mutter trug kein Kopftuch. Sie sollte nach dem Willen ihrer Eltern aber nicht das Abitur machen und durfte auch nicht mit ihrer Klasse ins Schullandheim.

Von September 1997 bis Februar 2000 absolvierte sie bei der Heilbronner Stadtverwaltung eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Anschließend war sie bis Juli 2002 bei den städtischen Entsorgungsbetrieben tätig, für die sie Müllgebührenbescheide bearbeitete. Weil Heilbronn ihr „irgendwie zu spießig, zu klein“ war, kündigte sie dort nach zwei Jahren und zog nach Essen. Sie verdiente ihr Geld mit unterschiedlichen Beschäftigungen, beispielsweise als Verkäuferin, Türsteherin, Reinigungskraft, Geschäftsführerin eines Nachtclubs, Kellnerin, Promoterin, Pornodarstellerin und als Fotomodell. Im August 2002 wurde Kekilli in Köln vor einem Café von einer Casterin angesprochen, ob sie in einem Film des Regisseurs Fatih Akin mitspielen wolle. Sie sagte zu und setzte sich beim Casting für die weibliche Hauptrolle des Films Gegen die Wand gegen etwa 350 Mitbewerberinnen durch.

Kekilli lebt seit 2003 zusammen mit ihrem Freund in Hamburg-Altona. Privat engagiert sie sich unter anderem gegen Gewalt an Frauen in islamischen Lebensräumen, sie unterstützt dabei die Organisation Terre des Femmes.

„Ich habe selbst erlebt, dass körperliche und seelische Gewalt in einer muslimischen Familie als normal angesehen wird. Leider gehört Gewalt im Islam zum Kulturgut.“


Die dramatische Liebesgeschichte des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akin "Gegen die Wand" hat sie 2004 zu einem Star gemacht.

Bis jetzt habe ich nur drei FIlme mit Sibel Kekilli angesehen: Fatih Akins "Gegen die Wand", die US-Fantasyserie "Game of Thrones" und die deutsche Filmkomödie von und mit Matthias Schweighöfer "What a Man".