All that is composed will decay...

Rudolstadt: Schillerstadt

May 24, 2015

"Die Mahomedaner kehren, wenn sie beten, ihr Gesicht nach Mecca; ich werde mir einer Katheder hier anschafen, wo ich das meinige gegen Rudolstadt wenden kann, denn dort ist meine Religion und mein Prophet."
Schiller an Caroline von Beulwitz und Charlotte von Lengefeld
Jena 7. September 1789

Als wir auf den Marktplatz kamen, sahen wir einen Brunnen mit Wasserspeiern oder Gargoylen und eine Büste von Katharina von Schwarzburg (1509–1567), die Heldenmütige genannt wurde. Schiller wurde von einer mit ihr geschehenen Zufall fasziniert und hat deswegen ein Werk darüber geschrieben. Die Geschichte läuft wie folgt. Nachdem General Fernando Alvarez von Toledo, allgemein Herzog von Alba genannt, die Anhänger des Protestantismus, und zwar die Truppen von Johann Friedrich der Großmütige, im Schlacht bei Mühlberg 1547 für Kaiser Karl V besiegte, war er durch Rudolstadt unterwegs, wo er sich bei der protestantischen Regentenwitwe im Rudolstädter Schloss Heidecksburg am 26. Juni zum Frühstück einlud. Als Katharina von seinen Plünderungen in ihrem Herrschaftsgebiet erfuhr, stellte sie ihn mutig zur Rede und forderte das geraubte Vieh zurück. Also war Schiller von der "Civilcourage" beeindruckt, mit der diese Frau sich für Ihre Untertanen gegenüber einem militärisch überlegenen Gegner eingesetzt hatte und hat ihr sein Gedicht gewidmet.

Ein schönes Cafe mit einem Brunnen und die folgenden Wörter Schillers auf die Wand des Hauses gegenüber:

"Wage du, zu irren und zu träumen."
aus Schillers Gedicht "Thekla - Eine Geisterstimme "

Das Schloss Heidecksburg, der Ausblick über Rudolstadt...

und ein schöner Garten herum:

Hier ist das Schillerhaus in Rudolstadt, wo das erste Zusammentreffen von Schiller und Goethe am 7. September 1788 stattfand.

Schillershaus in Rudolstadt

Schillers Gartenhaus in Jena
Eine von Charlotte Schiller (1766-1826) selbst angefertigte Zeichnung
Aquarell, um 1798

Hochzeitskirche in Wenigenjena, wo Charlotte von Lengefeld und Friedrich Schiller sich am 22. Februar 1790 heirateten.
Eine Zeichnung von Charlotte Schiller (1790, die heute links neben der Zimmertür in Charlottes Schlafzimmer hängt.

"So aber geb ich mich zufrieden, und sage zu mir, daß ich nur auf thüringischem Land die Freunde finden konnte, die ich fand - und daß ich der Saale mehr zu danken habe als der Ganges mir hätte geben können."
Schiller an Charlotte von Lengefeld
Weimar, 26. März 1789

Das war eigentlich das Haus von den Schwestern von Langefeld, und die beiden waren in Schiller verliebt und er auch an den beiden Interesse hatte.

"...mein Geschöpf mußt du seyn, deine Blüthe muß in den Frühling meiner Liebe fallen."
Schiller an Charlotte von Lengefeld
Jena, 15. November 1789

"Schiller und die Lengefeld-Schwestern", 1861
Carl August Schwerdgeburth

"...ich hätte eine der glücklichsten Wesen werden können, und wurde sehr unglücklich."
Caroline von Wolzogen
Tagebuch, 1831

Im Park von Heinrich Heine, Rudolstadt, Römische Ruinen aus der Zeit der Romantik: